Hilflosigkeit ist kein Endzustand

Shownotes

Hilflosigkeit – wenn du das Gefühl hast, nichts tun zu können

Hilflosigkeit ist ein Gefühl, mit dem viele Menschen ungern in Kontakt kommen. Und doch gibt es diese Momente: Situationen, in denen wir feststecken, keinen Ausweg sehen und das Gefühl haben, keine Kontrolle zu haben.

Tanja beschreibt, dass sie durch ihre starke Selbstwirksamkeit selten in Resonanz mit Hilflosigkeit geht – und trotzdem kennt auch sie diese Zustände. Birgit erlebt Hilflosigkeit vor allem im Kontakt mit anderen: Menschen, die sie früher stark in die Fürsorge gebracht haben.

🙋‍♀️ In dieser Folge sprechen Tanja und Birgit darüber:

  • Warum Hilflosigkeit ein zutiefst subjektives Gefühl ist – und selten eine objektive Tatsache

  • Was hinter dem Konzept der „erlernten Hilflosigkeit“ steckt

  • Wie manche Menschen dauerhaft in einer Art innerem Freeze leben

  • Warum Hilflosigkeit oft mit dem Gefühl von „Ohnmacht“ verbunden ist – also dem Erleben, keine Macht zu haben

  • Wieso diese Haltung manchmal sogar unbewusst „bequem“ sein kann

  • Und warum es fast immer Menschen, Wege oder Unterstützung gibt – auch wenn wir sie gerade nicht sehen

🧠 Zentrale Erkenntnis: Nur weil es sich gerade so anfühlt, heißt das nicht, dass du wirklich nichts verändern kannst.

✨ Was dir helfen kann:

Hilflosigkeit lässt sich Schritt für Schritt hinterfragen – und auch durch kleine bewusste Entscheidungen verändern.

Zum Beispiel:

Ein bewusstes „Ja“, obwohl ein Teil von dir Angst hat Oder ein klares „Nein“, obwohl du sonst automatisch zustimmen würdest

🎙️ Fazit der Folge: Hilflosigkeit ist kein Endzustand. Sie hat Gründe – aber sie muss nicht bleiben.

📚 Weiterführende Studie:

Martin Seligman – Learned Helplessness:

💬 Was du mitnimmst:

Vielleicht die Erkenntnis, dass du mehr Handlungsspielraum hast, als du gerade denkst. Und dass jeder kleine Schritt ein Weg raus sein kann.

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Transkript anzeigen

00:00:00: Hilflosigkeit ist nach meinem Empfinden ein subjektives Gefühl und selten richtig eine Tatsache.

00:00:29: Ja, Tanja das kann ich nur zurückgeben.

00:00:30: Tanja Gatzke sitzt hier neben mir eine ganz tolle Kollegin, Therapeutin und auch Coach.

00:00:36: sie selber arbeitet mit den Schwerpunkten Burnout und Selbstwert Beziehung und Kommunikation ist außerdem Oberkommissarin Und an dieser Stelle macht es gerade den ganz ganz spannen Mix aus denn die Gespräche die wir führen sind immer

00:00:51: spannend.

00:00:58: Hallo, du liebe jetzt wieder hier live aber und eher anstatt persönlich in Holland.

00:01:06: Ja das war schön uns gesehen zu haben da, ne?

00:01:08: Genau hallo aber auch hier genau auch wieder digital.

00:01:12: es ist immer eine Freude mit dir.

00:01:16: Und ich freue mich über jeden der hier zu hört.

00:01:19: also auch an euch ein großes hallo.

00:01:22: und übrigens eine Sache wollte ich schon immer mal sagen und mich auch bedanken Und zum Outing auffordern, auch wenn das jetzt ein bisschen blöd klingt.

00:01:33: Ich habe jetzt gesehen bei unserem Streaming-Anbieter wo wir überall gehört werden und es hat mich ja wirklich also von Asien bis Afrika diverse Länder Kanada USA Ja, wirklich.

00:01:54: Wirklich habe ich dir gar nichts von gesagt, fällt mir gerade ein.

00:01:57: Also das war...

00:01:58: Und in die Guckseuche Sachen ja nicht!

00:02:01: Ich bin ja total geflasht, wenn man eigentlich immer neu reinkommt.

00:02:06: Hier sind die internationalen

00:02:07: Podcast-Präsidentinnen.

00:02:09: Ja, das stimmt.

00:02:13: Von daher, wer mag kann sich gerne mal melden und sich outen weil ich bin natürlich

00:02:19: super

00:02:20: neugierig.

00:02:22: Es ist übrigens sowieso immer cool von euch was zu hören, Kommentar zu lesen.

00:02:26: Was euch geholfen hat.

00:02:28: Mich macht das immer sehr stolz dann zu hören eine Aussage von uns oder aber eine Diskussion von uns hat euch berührt oder begleitet.

00:02:37: Das finde ich sehr großartig.

00:02:39: Ja

00:02:40: auf jeden Fall!

00:02:40: Oder auch Anregungen die daraus entstehen.

00:02:43: Ich habe jetzt letztens übrigens gehört dass wir sollen ein Podcast doch bitte machen zu dem Thema wenn man zwei Herren dient, weil ich das ja mal gesagt hatte in Verbindung mit der Polizei und meinem Ausstieg.

00:02:56: Und meiner Selbstständigkeit, dass man nicht auf Dauer zwei Herren dienen kann.

00:03:01: Das müssen wir uns dann auch auf die Fahne schreiben!

00:03:05: Wow ganz viel jetzt... Also

00:03:07: nicht zwei Herren bieten oder zwei herzenehler Brust?

00:03:11: Ja gut werden wir nehmen aber wirklich

00:03:13: ist es anders dran.

00:03:16: Und zwar das Thema Hilflosigkeit.

00:03:21: Wie bist du mit diesem Boot eigentlich in Resonanz?

00:03:23: Mit Hilflosigkeit.

00:03:25: Das haben

00:03:27: wir gar nicht eben... Genau!

00:03:30: Es kommt so ein bisschen auf den Kontext an.

00:03:33: Also grundsätzlich gehe ich mit Hilflosigkeit nicht viel in Resonanz, weil ich eine große Selbstwirksamkeit in mir habe und gleichzeitig gibt es natürlich immer Themen wo wir hilflos sind, wo ich hilfloss bin und wo ich dann feststecke zu meinem Ärger.

00:03:54: Ich kann das wenn ich mir das anschaue, kann ich das auch bestärken?

00:03:58: Ich gehe auch mit Hilflussigkeit erst mal nicht wirklich in Resonanz im Sinne von, oh wow das kenne ich an vielen Stellen oder aber ja.

00:04:06: Das ist ein gewohntes, ein sehr normales Lebensgefühl für mich.

00:04:10: Das kenne die sogar gar nicht denn auch ich gehöre eher zu den, die sehr gern Entscheidungen treffen und so weiter und sofort Und gerade weil ich so häufig eben gerne Entscheidung treffe meine Erfahrung oder meine Resonanz mit Hilflosigkeit eher die, dass ich glaube das mich früher Menschen die hilflos waren unwahrscheinlich stark getriggert haben animiert haben in die Fürsorge zu gehen animiert habe mich zu kümmern.

00:04:42: also das war sozusagen war die erste Berufung in meinen beruf.

00:04:50: verstehe verstehe

00:04:54: Aber das ist natürlich jetzt professionellisierter und ich reagiere auch nicht auf jedes hilflose Zeichen mehr.

00:05:00: Ja, logisch, sonst würde man ja nicht so lange gesund in diesem Buch bleiben.

00:05:04: aber das ist eher meine Resonanz und sprich die Resonance des Hilflosigkeit mir bei anderen sehr viel gegenwärtiger ist.

00:05:14: Ja verstehe!

00:05:16: Ich finde... Also es ist interessant, ne?

00:05:18: Weil du ergänzt das ja jetzt quasi.

00:05:20: Du erweiterst das jetzt noch und wenn jemand so richtig hilflos ist und man selbst den Weg raus sieht dann merke ich, dass für mich auch schwer auszuhalten.

00:05:33: Das ist ein bisschen wie was sagt man so, dass Pferd zum Wasser tragen.

00:05:40: Ja, Kamele glaube ich.

00:05:41: Oder

00:05:41: Kamelle zum Wasser.

00:05:43: Genau!

00:05:44: Das finde ich immer ganz schwer.

00:05:48: Ja, ja.

00:05:49: Sich dann zurückzuhalten?

00:05:50: So meinst du das oder?

00:05:51: Ja klar!

00:05:51: Es muss schon ein Stück weit auch aus dem oder derjenigen selbst rauskommen.

00:05:57: Genau und das ist interessant.

00:05:59: Da merke ich auch da werde ich auch hilflos dann wenn die Entscheidungsgewalt oder wenn die Entscheidung bei dem Gegenüber oder das Verhalten beim Gegenüber sich wieder besseren Wissens nicht verändert.

00:06:15: Und man da vorsteht und sagt, wir sind doch eigentlich der gleichen Meinung.

00:06:18: Wir haben das doch gleich erkannt.

00:06:20: also ich rede jetzt nicht über Koti und Coach sondern auch im familiären Kontext oder im freundschaftlichen Kontext.

00:06:29: Das Verhalten wird sich einfach nicht verändert.

00:06:31: dann gibt es da gibt es auch das Gefühl der Hilfosigkeit was ich dann auch wieder finde.

00:06:37: Ja um gleichzeitig ist das ja denke ich unsere Aufgabe weil wenn die Leute's selbst könnten, dann würden sie es ja tun.

00:06:45: Also da zusammen den Zugang so zu entdecken wie man letztendlich doch in die Umsetzung kommen kann.

00:06:54: aber da ist Hilflosigkeit bei mir auch manchmal und der Challengegeist.

00:07:02: Wie kommen wir

00:07:03: daran?

00:07:08: Genau.

00:07:08: Wir hatten eben im Vorgespräch, haben wir schon mal so auch auf die erlernte Hilflosigkeit geguckt.

00:07:14: Gerne hast du so eine tolle Studie entdeckt?

00:07:16: Ja.

00:07:16: Wie fand ich das spannend?

00:07:18: Willst Du die mal erzählen oder willst Du mal vorstellen?

00:07:21: Von Martin Seligmann Der hat festgestellt, dass wenn Menschen vermehrt in ihrem Leben in Situationen sind wo sie keine Kontrolle hatten oder das Gefühl hatten, dass sie nicht selbst wirksam sein konnten.

00:07:35: Also hilflos sein konnten, dass Sie dann im weiteren Leben dieses Attribut dieser Eigenschaft zu sich geholt haben also eine erlernte Hilflosigkeit quasi und das dann gar nicht mehr im Einzelnen hinterfragt haben, sondern dass das quasi ja ich bin halt so.

00:07:56: Also was soll ich schon machen können hier?

00:07:59: Und das obwohl Möglichkeiten da waren und das fand ich schon sehr spannend.

00:08:05: diese Studie.

00:08:06: Ja also ich finde in Selichmann sowieso toll... finde ich auch ein ganz toller Mensch.

00:08:11: Seine Bücher sind sehr spannend, finde ich zu lesen und ich finde das nochmal... also wenn wir das jetzt so mit unserer Warte kommen gerade rein sagen dass wir mithilflosigkeit für unser persönliches leben eher seltener in Resonanz gehen und auf einmal lesen wir davon dass es Menschen gibt die mehrmals in ihrem Leben die Erfahrung gemacht haben der absoluten hilflosigkeit des ausgeliefert seins oder der Ohnmacht Und dann, selbst wenn sie könnten nicht mehr zurückkommen in ihre Aktion.

00:08:40: In ihrer Pro-Aktion.

00:08:42: Also wenn wir das vom SE her wissen wir dass das ja eine Qualität von Freese ist also Einkroren sein Handlungsunfähig zu sein.

00:08:54: der Kopf der präfrontale Cortex ist leer geräumt Der hat gar keine Qualität mehr um irgendwas zu sehen sondern nur noch der Hypothalamus, die Angst oder dieses sich ausgeliefert sein.

00:09:05: Das ist an dieser Stelle dann eben der große große große Fokus und das ist tatsächlich etwas was sehr stark eingeübt werden kann.

00:09:17: ich habe ein zwei Klientinnen von mir die so sind, die wirklich im Freeze leben kann man fast sagen also ich hatte immer gedacht es geht gar nicht.

00:09:27: aber auch und sollte du lieber Zuhörer so ein Gefühl kennen, dann möchten wir dich einladen.

00:09:37: Das hat einen Grund da erst einmal das bitte nicht zu verwerfen.

00:09:43: aber es muss nicht so bleiben und auch selbst wenige raus.

00:09:48: Also das fällt mir gerade ein!

00:09:49: Das habe ich eben also die Studie vorgelesen hast gar nicht gedacht.

00:09:52: Aber jetzt wo wir on air sind ist mir das gerade nochmal eingefallen.

00:09:57: Ja, auf jeden Fall.

00:09:59: Und es gibt ja manchmal sich diese kleinen Tiermetaphern auf Instagram und

00:10:04: Co.,

00:10:05: wo quasi ein kleiner Elefant einen Seil umgebunden bekommt oder ein kleiner Esel dann festgemacht wird.

00:10:17: Dann versuchen die sich zu befreien, die kleinen Tiere und schaffen das natürlich nicht.

00:10:20: aber wenn man später so ein ausgewachsener Elefant ist und man bekommt einen dünnes Seil um den Fuß gelegt wäre wahrscheinlich ein Ruck und ich wär frei.

00:10:30: Aber die versuchen es ja gar nicht erst weil sie eben so sozialisiert sind.

00:10:34: Sie haben's ja so beigebracht bekommen Das geht nicht.

00:10:37: Und so stelle ich mir das auch vor.

00:10:40: was der Seligmann meint mit erlerter Hilflosigkeit Das wird einfach nicht mehr hinterfragt.

00:10:46: Man rutscht dann direkt in sein Schema, in seinen Automatismus ein und zuckt nicht mehr.

00:10:53: Ja das ist ja auch eine Identitätsstiftung.

00:10:56: Ich kann nichts.

00:10:58: Ich kan das sowieso nicht ändern.

00:11:02: Es hilft doch sowieso nichts.

00:11:05: Ja, ich finde das wollte noch mal auf unser Vorgespräch zurückgreifen.

00:11:10: Du hast gesagt wie wir so mit den Wörtern gespielt haben ohne Macht und das passt hier gerade.

00:11:16: Dass ich fühle mich ohne Macht.

00:11:19: Ich kann nichts ändern.

00:11:22: Ohne...ich bin wirkungslos!

00:11:26: Dieses Ohnmächtigsein, diese erlernte Hilflosigkeit.

00:11:31: Das ist ein sehr... Vielleicht ärgert sich auch jemanden, der das hört jetzt darüber?

00:11:39: Es kann unter Umständen eine sehr bequeme Lebenshaltung

00:11:41: sein.

00:11:41: Jawohl!

00:11:44: Ohne Zypagatilisieren, dass es Menschen gibt die wirklich schlimme Sachen erlebt haben.

00:11:48: Entschuldige das muss ich kurz noch dazu sagen damit ich hier nicht auf der falschen Seite vom Pferd falle und die dann eben auch in diese traumatisierte Ohnmacht kommen.

00:11:58: so aber ich meine durchaus auch dieses nicht kann nichts und Ich bin nicht schuld der andere muss mir helfen.

00:12:04: das sind durchaus auch bequeme Lebenshaltungen.

00:12:08: Ja, so der zugedannte Sekundär gewinnt.

00:12:14: Den hat man ja in ganz vielen Bereichen.

00:12:16: also auch wenn du jetzt früh verrentet bist und willst eigentlich nicht dann ist natürlich auf der einen Seite sehr glaubhaft okay ich möchte gerne wieder leistungsfähig sein und gesund und fit und alles machen können.

00:12:31: Ja, aber natürlich hat es eben auch den Sekundär gewinnen.

00:12:35: Dass ich eben zu Hause sein kann trotzdem mein Geld bekomme und da stimme ich dir völlig zu.

00:12:41: Und dann geht's jetzt gar nicht darum mit dem Finger auf jemandem zu zeigen sondern... Ich finde wir sind ja im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung und da ist schon die Frage wer will ich sein?

00:12:52: Wenn du lieber Hörer oder lieber Hörende damit nicht zufrieden bist wo du gerade drin bist, dann lohnt es sich einfach.

00:13:03: Gerade bei den hilflosen Situationen zu schauen, habe ich irgendwo einen Sekundär gewinnen?

00:13:08: Habe ich irgendwo denn auch vielleicht ein Vorteil, den ich mit Zende Knirschen zugestehe und dann zu schauen okay wie groß ist der Vorteil?

00:13:19: und könnte es sein dass das ein Verhinderer ist und ich deswegen nicht in meine Kraft komme?

00:13:26: Genau Denn eine andere Qualität von erlernt der Hilflosigkeit ist zum Beispiel bei Menschen, die viel in den sozialen System unterwegs sind.

00:13:34: Also nicht in den Social-Medias sondern die von vielen Instituten begleitet werden ob du von einer Beratung stellst du zu anderen?

00:13:43: Von einem Therapeuten zum andern.

00:13:45: das heißt sie haben gelernt möglichst die Füße stillzuhalten hilflos zu sein und dann springt das gesamte System an.

00:13:52: Ja, dann werden beim allgemeinen sozialen Dienstwerte Entscheidungen für dich getroffen.

00:13:57: Es werden Geld dafür dich beantragt, Fördergelder werden dir in die Schuhe gegeben und in die Hosentaschen gestopft usw.

00:14:05: Also das ist nochmal eine ganz spannende Sache.

00:14:07: bei Suchterkrankung ist es auch nicht selten so dass ja dann meistens ein Kuh sucht erkrankter mit dabei ist und dabei jetzt ist ne Riesen-Assoziationskette.

00:14:16: ich weiß ihr müsstet jetzt den Blick von Tanja sehen!

00:14:22: Aber da ist das eben auch so, ne?

00:14:25: Man braucht den anderen ja und wenn man selber dann auf einmal in die eigene Verantwortung käme bräuchte man den Anderen ja nicht mehr.

00:14:31: Und dass es könnte gefährlich sein also kann auch die Beziehung kaputt machen wenn ich mein Partner nicht mehr brauche weil ich auf einmal selber leben kann und dann ist es durchaus ein stabilisierender Faktor in der erlernten Hilflosigkeit zu bleiben weil dann bleibt meinen Partner weil ohne ihn kann ich ja nicht leben.

00:14:52: Und es geht auch andersrum, also es geht darum, dass der Partner mich vielleicht nicht mehr will.

00:14:57: Weil wenn der Partner sich dadurch stark fühlt, dass er mir das Leben leichter macht dann würde eine Beziehung vielleicht auch deswegen auseinanderbrechen.

00:15:09: Es ist nicht immer so einfach und das finde ich wichtig, dass das nicht anklagend rüber kommt sondern... Wir haben verschiedene Auffang-Systeme hier in Deutschland und das ist auch gut.

00:15:21: Und der sich angesprochen fühlt, der möge sich angesprochend fühlen und wer in dieser Situation ist und sagt ne es passt gar nicht zu mir, er holte das bitte auch nicht zu sich sondern... Wir wollen einfach nur beleuchten hier, was ist Hilflosigkeit?

00:15:38: Und wenn du raus willst, was kannst du tun?

00:15:40: und wo sind vielleicht noch unsichtbare Bindungen die du noch nicht siehst.

00:15:45: Und die dich aber trotzdem zurückhalten so dass du nicht in deine Kraft bekommst?

00:15:49: weil Hilflossigkeit ist nach meinem Empfinden ein subjektives Gefühl und selten richtig eine Tatsache.

00:16:00: Genau, es hat immer mit der eigenen Perspektive auf mein Leben zu tun.

00:16:04: Auf die Situation und meine Idee wie könnte ich darauf reagieren?

00:16:09: Auf meine Erfahrung mit irgendwelchen Situationen umzugehen?

00:16:13: Naja... Es ist subjektiv und ich finde dabei auch interessant, das haben wir ja eben auch noch mal gesagt.

00:16:23: Das haben wir gerade durch die Beziehungsdynamik versucht anzudeuten.

00:16:27: es kann auch ungewollt also wir wollen hier niemanden in der boshafte Unterstellung ans Bein oder ins Knie heften aber es kann ein Instrument der Macht sein.

00:16:37: Also ohnmächtig sein hilflos sein kann ein instrument der macht sein weil auf einmal meinem Partner, meiner Partnerin die Gelegenheit gebe für mich Sorgen zu können sich wichtig zu fühlen.

00:16:49: Sich unabkömmlich zu fühl'n und ich in meiner... Hilflosigkeit eben auch jemanden dafür für mich agieren lasse.

00:16:56: Und umgekehrt sorgt es eben auch für eine Bindungsstärkung, was du eben meintest geht in beide Richtungen.

00:17:03: Denn Menschen die gerne helfen, die gerne unterstützen und die gerne in die sogenannte Korregulation gehen haben das irgendwo auch gelernt und brauchen jemandem den sie korrigulieren.

00:17:12: wenn dann also die Partnerschaft sich verändert weil jemand auf einmal sich emanzipiert Dann ist das gefährlich.

00:17:19: Also von daher, es ist auch ein Instrument der Macht.

00:17:22: Also subjektiv ja und dabei auch spannend nochmal zu gucken wie realistisch ist eigentlich meine Einschätzung meines eigenen Wirkungsradius und zeitgleich aber eben auch einen Instrument was ich unbewusst gelernt habe einzusetzen und macht ausübern.

00:17:39: Auch wenn ich mich subjektive ohnmächtig fielen würde.

00:17:42: Das ist ganz wichtig zu beachten.

00:17:45: Was verändert sich systemisch?

00:17:47: Ich stelle mir das immer vor wie so ein Mobilee, was über eine Babybett hängt und wenn du an einer Strippe ziehst, dann bewegen sich die anderen einfach mit.

00:17:55: Geht gar nicht anders!

00:17:57: Du verändest das System.

00:17:58: und dann ist halt auf die Frage, was würde das bedeuten?

00:18:02: Wenn ich vorher gesagt habe, ich kann bestimmte Sachen nicht machen weil ... Und ich komme jetzt in meine Kraft... Dann bedeutet es vielleicht im Umkehrschluss okay jetzt fällt mir hier gerade ein Argument weg.

00:18:14: Ja, das kann zum Beispiel sein wenn ich nicht in der Lage bin gut Grenzen setzen zu können und so sagen Ich möchte es nicht dass ich sowas dann dafür benutze.

00:18:25: Und ich kann da ein eigenes Beispiel bringen, als ich noch im Schichtdienst war.

00:18:31: Und jemand ruft an und sagt hier wie sieht's aus?

00:18:34: Hast du Lust heute Abend auf die Runde zu gehen?

00:18:36: Dann kann ich sagen ne, ich habe Nachtschicht oder ich hab Spätschicht und komme erst irgendwann gegen dreiundzwanzig Uhr nach Hause und dann will ich nicht mehr.

00:18:43: Aber als ich danach im Tagdienst waren und jemand rufte an und du hast halt nicht mehr... du kannst halt nicht mehr sagen, ich kann nicht oder ich bin total kaputt vom Schichtdienst oder keine Ahnung was und dann eben sagen zu können ja theoretisch hätte ich Zeit aber ich will ehrlich sein.

00:18:57: Ich fühle mich nicht habe kein Lust das einfach noch mal.

00:19:00: ein größerer Anlauf auch und da bieten ja bestimmte bietet eine bestimmte Machtlosigkeit oder Hilflosigkeit auch eine Ausrede

00:19:12: bequem aus zum Beispiel

00:19:14: genau Naja,

00:19:15: es ist eben auch anstrengend eigenverantwortlich zu agieren.

00:19:19: Also... Es ist nicht nur erstrebenswert, ne?

00:19:22: Also wir beide machen das!

00:19:24: Wir haben Unternehmen, wir coachen und wir trainieren und das gehört mit in unser Lebensgefühl.

00:19:30: aber es gibt also ich ganz ehrlich gesagt gibt es manchmal bei mir auch Momente wo ich da ach Mensch könnte man nicht jemand anders für mich entscheiden.

00:19:39: Definitiv!

00:19:41: Und die Verantwortung auch noch tragen.

00:19:49: Manchmal gibt es das und das finde ich nochmal spannend.

00:19:53: Ich würde gerne einmal nochmal, weil... Wir ja eben gerade so viel dafür tun, dass das was wir sagen von wegen Hilflosigkeit erlernt und Lebensgefühl.

00:20:03: Und gegebenenfalls ein Instrument der Macht- und wir wollen ja nicht, dass jemand den Eindruck hat, dass wir das Gefühl Hilflositkeit dämonisieren.

00:20:12: also das wollen wir nicht.

00:20:13: Wir möchten gerne deutlich machen, dass es hier so eine Gradwanderung gibt und neurologisch betrachtet da habe ich gerade vorhin schon mal einen Ausblick hin gemacht.

00:20:21: Neurologisch Betrachtet ist es so wenn wir Erfahrungen in der machen, das ausgeliefert seins haben oder das ohnmächtig sein.

00:20:30: Also es sind immer größere Gefühle noch.

00:20:32: also man kann ja sozusagen eine Steigerung da hineinbringen dann passiert neurologisch etwas in uns.

00:20:39: Also unser System ist total in Stress und der stressohnmäichtig zu sein so groß ist schaltet irgendwann unser Nervensystem um.

00:20:50: Und es geht sozusagen Gefühl voll auf Gaspedal treten und voll auf die Bremse treten, und beides funktioniert eben nicht sondern man bleibt dann stehen und das ist das Freeze von dem ich vorhin erzählt habe.

00:21:03: Das heißt dass es eine ganz normale neurologische oder nerwale Nervale, Reaktion unseres Systems und nichts was du und ich bewusst ansteuern können.

00:21:15: Und wenn das häufiger als Erfahrung gemacht wurde dann ist es wirklich auch dramatisch.

00:21:21: also dass was wie wir über Seligmann da reingekommen sind Das ist wirklich auch Dramatisch.

00:21:27: Ist es gut?

00:21:28: Solltest du diese Episode jetzt hören und merken, ja hey da so geht es mir.

00:21:33: Dann ja Lucky you dass du das jetzt hörst weil dann kann es sein, dass das vielleicht ein Impuls wäre für dich nochmal mein wegen an uns zu wenden oder aber jemanden in deiner Umgebung noch mal zu suchen und zu fragen ob du Hilfe bekommen kannst.

00:21:48: Denn das Gute ist, da wo Hilflosigkeit gefühlt wird gibt es garantiert auch Menschen, Institutionen, Umfelder die helfen wollen und können.

00:21:59: Ja!

00:21:59: Und nicht hilflos sind.

00:22:01: Genau also ich finde auch dass grundsätzlich breche ich das immer runter auf... Also für die sich darin wiederfinden ist es von Vorteil zu lernen Spannung auszuhalten Weil das ist das, was oft passiert.

00:22:16: Wenn wir so einen Shutdown haben und unser System zu macht, dann wäre quasi ... Wir fühlen uns hilflos und wollen jetzt vielleicht mutig sein oder Sachen machen die für uns ungewohnt sind oder die uns Angst machen.

00:22:30: Und wir treten quasi einen Schritt daraus indem wir ja zu was sagen, was wir normalerweise nicht machen würden oder nein zu etwas wo wir normalweise automatisiert Ja sagen würden und wir ändern jetzt unser Verhalten.

00:22:43: dann entsteht eine Spannung in uns.

00:22:46: Und die auszuhalten das ist in der Regel das was so schwierig ist.

00:22:51: Gleichzeitig kannst du das sogar schon selbst trainieren.

00:22:56: Wenn alles in dir sagt um Gottes Willen traue ich mich nicht.

00:22:58: Oder eben mal Nein zu sagen wenn du merkst es ein Teil von dir automatisiert schnell ja sagen möchte.

00:23:05: Ich

00:23:05: habe meinen Vortrag von der Anke Nottel mal gehört, also ich hab mehrere von der gehört.

00:23:08: aber die weil ich die so toll finde.

00:23:11: und sie hat ein Buch zitiert was mich sehr berührt hat.

00:23:14: Der Titel liegt hier schon seit Wochen und ich wollte mir den unbedingt mal kaufen.

00:23:18: Der ist von Edith Eva Ederhardt und heißt in der Hölle tanzen.

00:23:26: Nicht schlecht!

00:23:28: Ja, das ist eine Holocaust-Überlebende.

00:23:30: Wow!

00:23:31: Und da ist genau diese Spannung.

00:23:35: Also sie sprach dann davon sogar nicht nur die Hilflussigkeit erlebt sondern sie hat als einzig ihrer Familie überlebt und hat dann sowas wie die Scham der Überlebenden.

00:23:45: Also auch immer spannend.

00:23:46: Man ist hilflos, man kann eigentlich nichts dafür und dass man überlebt, kann man ja auch nicht dafür.

00:23:51: Ja so und dann sowas Und dann kommt sie zu diesem Titel.

00:23:54: also das ist schon sehr enorm und diese Spannung um die geht es eigentlich.

00:23:57: vielleicht hat nicht jeder die extrem Pole über die die Frau Ederhalter schreibt aber Zu verstehen dass es beides eben gibt und beides auch in uns existieren kann also diese Hilflosigkeit dieses sich ausgeliefert fühlen und trotzdem Phasen finden, in denen ich wieder die Herrschaft immer meinen Tun über mein Handeln wieder übernehme.

00:24:18: Also wie da proaktiv sein kann tanzen kann.

00:24:22: Ja, spannend was du sagst.

00:24:23: Die scharmen der Überlebenden und das erlebe ich tatsächlich bei meinen Kunden auch schon im Kleinen dass sie irgendwie sagen manchmal traue ich mich gar nicht mich glücklich zu fühlen wenn ich sehe was überall auf dieser Welt passiert.

00:24:36: also das gehört ja auch da schon mit rein.

00:24:38: Das ist ein sehr spannendes Wirkungsfeld.

00:24:41: Also wie man sieht Hilflosigkeit ist so ein kleines Wort aber wenn man da wirklich mal so reingeht Und dann finde ich kommen so ganz ungewöhnliche Aspekte.

00:24:52: Zum Beispiel Hilflussigkeit ist auch ein Machtinstrument, wo ich also bevor wir darüber gesprochen haben und so uns da so ein bisschen rangequatscht habe, ist mir diese Komplexität überhaupt nicht so bewusst gewesen.

00:25:05: Also finde ich schon sehr spannend.

00:25:08: Ich auch vielleicht haben wir euch liebe Hörenden ja nochmal Impulse gegeben darüber nachzudenken oder aber auch diesem Lebensgefühl vielleicht auch mal die Erlaubnis zu geben zu sein Aber auch wieder gehen zu dürfen.

00:25:20: Also, das ist ja eine Möglichkeit wirksam zu werden ohne dass man groß was tut sondern einfach nur etwas erlaubt.

00:25:28: Was ich noch sagen wollte war... sich auch zu erlauben, dass es nicht für immer sein muss.

00:25:34: Also ich habe manchmal Phasen da könnte ich Bäume ausreißen und dann liege ich wie abgeschaltet auf den Hof war ja und denke mir oha jetzt musst du das noch machen ne?

00:25:44: Ich finde es so wichtig, dass auch in seine Kraft kommen heißt auch Schwäche zulassen können.

00:25:48: also nicht okay ich muss mich jetzt überwinden...ich möchte mich jetzt berwindet und ich muss jetzt immer performen sondern wie du schon sagst die Anteile die kommen und gehen sich da auch nicht fesseln.

00:26:03: Ja und solltet ihr Redebedarf haben, dann schaut ob ihr mit guten Freunden reden könnt die euch vielleicht schon helfen.

00:26:10: aber Wenn das nicht hilft, dann sucht euch bitte Menschen die professionell damit unterwegs sind.

00:26:15: Ihr habt jetzt – wenn ihr den Podcast von uns hört – habt ihr unsere Adressen?

00:26:18: Ihr könnt euch bei uns melden!

00:26:19: Wir kennen vielleicht auch Menschen, die bei euch in der Nähe sind und euch dann weiterhelfen können.

00:26:24: also es muss nicht bei uns landen sondern wir können eventuell auch Multiplikaturen sein für andere Kontakte, die ihr da nutzen könntet.

00:26:32: Uns ist es wichtig dich, die und der du uns zuhörst, Impulse zu geben für deine persönliche Entwicklung.

00:26:40: Ganz ehrlich gesagt, auch mich inspirieren unsere Gespräche immer wieder, liebe Tanja.

00:26:46: Und ich mache weitere Entwicklungen und bin zum Glück noch nicht fertig.

00:26:51: Ich will hundertzwanzig werden!

00:26:52: Das bleibt also hoffentlich noch sehr lange so und finde das super spannend.

00:26:56: Die weiß nix mehr hinzuzufügen.

00:26:58: Total schön!

00:26:59: In diesem Sinne bis zum nächsten Mal!

00:27:03: Bis zum nächsten mal!

00:27:05: Tschüss!

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