Wenn du allem gerecht werden willst – zwischen Rollen, Erwartungen und Grenzen

Shownotes

Wenn man zwei verschiedenen Herren dient – zwischen Erwartungen, Rollen und dem Wunsch, allem gerecht zu werden

Manchmal fühlt es sich an, als müsste man sich klonen, um allem gerecht zu werden. Beruf, Familie, Beziehungen, Verantwortung, eigene Wünsche – alles fordert Aufmerksamkeit. Und irgendwo dazwischen steht die Frage: Wie zerreiße ich mich eigentlich möglichst sinnvoll?

Genau darüber sprechen Tanja und Birgit in dieser Folge. Denn oft geht es nicht nur um Zeitmanagement, sondern um viel tiefere Themen: Erwartungen, Identität, Begrenzung – und die Frage, wie wir mit all unseren Rollen umgehen.

🙋‍♀️ In dieser Folge sprechen Tanja und Birgit darüber:

  • Warum wir oft glauben, überall 100 % geben zu müssen
  • Welche inneren und äußeren Erwartungen hinter diesem Druck stehen
  • Wie unterschiedliche Rollen (z. B. Beruf, Elternschaft, Familie) gleichzeitig an uns ziehen
  • Warum es hilft, weg von allgemeinen Schuldgefühlen und hin zum konkreten Konflikt zu schauen
  • Was der Satz „Du kannst nicht zwei Herren dienen“ wirklich bedeuten kann
  • Welche drei Möglichkeiten wir eigentlich immer haben: entweder das eine, das andere – oder bewusst beides
  • Und warum keine Entscheidung für immer festgeschrieben sein muss

🧠 Zentrale Erkenntnis:

Hinter diesem inneren Zerreißen steckt oft die Frage: Kann ich akzeptieren, dass ich begrenzt bin?

✨ Vielleicht liegt die Antwort nicht darin, perfekt alles zu schaffen – sondern darin, bewusst zu wählen und die eigene Begrenzung nicht nur auszuhalten, sondern mit Freude zu gestalten.

Tanja bringt dabei noch eine andere Perspektive ein:

Vielleicht darf man auch dankbar darauf schauen, dass man sich bewusst für mehrere Lebensbereiche entscheidet – weil genau darin Lebendigkeit liegt.

🎙️ Fazit der Folge:

Entscheidungen müssen nicht endgültig sein. Manche tragen für einen Tag, manche für Jahre – und manche verändern sich mit dem Leben.

💬 Was du mitnimmst: Vielleicht die Erlaubnis, nicht alles gleichzeitig perfekt erfüllen zu müssen. Und die Erkenntnis, dass bewusste Entscheidungen oft mehr Frieden bringen als der Versuch, allem gerecht zu werden.

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Transkript anzeigen

00:00:00: Denn wenn ich mich entscheide, ich will das eine und das andere, dann habe ich ja nicht auf einmal mehr Zeit, mehr Kraft, mehr Ideen.

00:00:09: Ein größeres Herz, eine bessere Gesundheit oder sowas?

00:00:14: Hallo!

00:00:14: Ich freue mich sehr, dass du wieder dabei bist.

00:00:16: Denn wie Du weißt sitze ich in unserem Podcast Persönlichkeitsenergizer mit Tanja Gatzke zusammen.

00:00:23: Eine ganz tolle Therapeutin und Coach eine Kollegin mit der ich unwahrscheinlich gerne mich über ihre Fachthemen auseinandersetze nämlich Burnout selbstwert Beziehung und Kommunikation weil Tanja neben all den Oberkommissaren ist.

00:00:37: insgeheim weiß ich manchmal gar nicht wie sie das alles schafft Ist das aber immer eine super spannende Unterhaltung

00:00:43: mit ihr?

00:00:44: Ja, vielen Dank.

00:00:45: Birgit Kerstin Regenstein!

00:00:47: Das kann ich nur zurückgeben.

00:00:49: du als Politikwissenschaftlerin bringst auch den dementsprechenden Hintergrund mit und es ist immer toll mit dir über deine Themen zu reden Leadership Resilienz Konflikte.

00:01:00: da ist viel Zündstoff drin.

00:01:02: und ja es ist auch immer wieder spannend zu hören wie du mit deinem Unternehmen das nach draußen bringt als Coach oder Trainerin.

00:01:15: Okay, liebe Leute.

00:01:16: Die Begrüßung fällt heute aus, weil Birgit mir gerade in einem Nebensatz gesagt hat sie hat einen Klonen und ich lasse Sie jetzt hier nicht raus mit irgendwelchen Ablegungen bevor sie uns nicht verraten hat wie sie das macht!

00:01:30: Weil ich will den auch...Bürgitt, jetzt du

00:01:35: Das war so nicht verabredet dass du das sofort verretzt?

00:01:37: Richtig Das war mein Geheimnis Achso

00:01:39: Aber Ich kenne dich.

00:01:41: nachher sagst du nix dazu Oder sie fängt an ne Typisch Politikwissenschaftlerin, ne?

00:01:47: Fängt dann hoch wissenschaftlich irgendwas an.

00:01:51: Wir brauchen jetzt

00:01:52: Info.

00:01:52: Ja, Diplomatie ist meine Kompetenz!

00:01:59: Genau warum wir überhaupt über Klonen und so weiter zu sprechen kamen.

00:02:03: ihr lieben Hörerinnen und Hörern.

00:02:04: Tanja und ich möchten gerne heute darüber nachdenken mit euch wie das eigentlich gehen kann wenn man zwei verschiedenen Herren dient.

00:02:13: Und ja, willst du uns vielleicht nochmal abholen?

00:02:14: Das ist eine Frage aus deiner Community gewesen.

00:02:17: In welchem Zusammenhang das nochmal angefragt wurde damit wir dann noch mal ein bisschen mehr eintauchen können.

00:02:23: Ist das in Ordnung?

00:02:24: Ja natürlich.

00:02:25: Also grob gesagt ging es darum, dass ich ein Post gemacht habe bei Instagram der genau dieses Thema auch bedient hat.

00:02:31: Das ist ja auch so ein bisschen meine Historie.

00:02:33: also zum einen bin ich ja lange Zeit Polizistin gewesen für die dies nicht wissen und auf der anderen Seite hab' ich schon angefangen mich selbstständig zu machen mit eben dem Coaching-Business und Heilpraktikerinnen für Psychotherapie und das ist dann natürlich schon schwierig.

00:02:47: Auf der einen Seite möchte man seinen Stiefel machen, die neue Kreativität ausleben Und ja, auf der anderen Seite ist da natürlich das alt bewährte und auch die Polizei, die natürlich gewisse Anforderungen hatte, die ich erfüllen möchte.

00:03:02: Ich hab mich dann entschlossen bei der Polizei zu kündigen weil ich nicht zwei Herren dienen konnte.

00:03:08: Daraufhin hat mir eine Leserin das zurückgespiegelt und hat gesagt, könnt ihr nicht mal darüber eine Podcast-Folge machen?

00:03:14: Sie ist noch angestellt nebenbei schon Seminare und ist auch in Elternzeit.

00:03:21: oder ist jetzt vielleicht auch aus der Elternzeit draußen, das weiß ich nicht.

00:03:23: Auf jeden Fall ist sie junge Mama und hat da eben auch die typischen Konflikte.

00:03:30: Ich habe dich angesprochen weil ich finde das Thema findet man ja überall.

00:03:34: also das ist wirklich ein gängiges Thema und sehr, sehr lundswert darüber zu sprechen.

00:03:40: ist es und ich finde das total wertvoll, dass diese Anfrage kam.

00:03:43: Denn eigentlich schwingt da ja mit so die Frage wie zerreiße ich mich am sinnvollsten?

00:03:49: Hat sehr gut ausgedrückt!

00:03:51: Genau

00:03:55: genau.

00:03:55: und hier kam dann unser Gespräch auf meinen Klon, den ich natürlich nicht habe... Großes Geheimnis, ja.

00:04:03: Also ist nicht so wirklich großes Geheimniss!

00:04:05: Aber manchmal denkt man ja, man müsste sich klonen um all das zu schaffen und ich glaube vielleicht macht es Sinn das mal ein bisschen aufzubröseln denn du hast das jetzt beruflich genanzt, kenne ich auch in unserem Setting.

00:04:17: ist es so dass es gerade meine Tochter macht die ja einen Companion in meinem zweiten Unternehmen ist im Traumazentrum und die gerade fest angestellt ist und eben grade Mutter geworden ist UND außerdem auch noch in die Freiberuflichkeit, nämlich unser Zentrum hineinarbeitet und das heißt natürlich dass sie also mindestens drei Hüter hat.

00:04:38: Sie hat mindestens zwei Herren.

00:04:40: Also wenn man jetzt beim Kind vom Herrn reden sollte.

00:04:43: Und hier finde ich fängt es dann an vielleicht aus ein bisschen auszufranzen, dass es eben nicht nur berufliche unterschiedliche Interessenskonflikte gibt.

00:04:52: wohin investiere ich mich?

00:04:54: Natürlich beruflich, wie verdiene ich mein Geld?

00:04:56: Aber wie stelle ich mich auch emotional auf?

00:04:59: Mir ist dabei dann auch eingefallen.

00:05:00: Naja also wir beide, du und ich sind freiberuflich Wir haben Unternehmen und parallel dazu Bist du alleinerziehende Mutter?

00:05:09: Ich bin Großmutter, also nicht alleinerziehend und auch nicht alleine Großmütter.

00:05:13: Aber das sind alles Rollen die ja auch noch ihre Forderungen haben.

00:05:17: Und dabei haben wir Bilder!

00:05:19: Und ich glaube darüber reden wir eigentlich.

00:05:21: wenn wir über die Frage reden kann man zwei Herren dienen über die eigenen Bilder wie unser Engagement dort und dort auszusehen hat.

00:05:32: Also dann reden wir quasi über Erwartungen auch.

00:05:36: Oder Wünsche oder genau,

00:05:39: ich kann das gut nachvollziehen.

00:05:42: Das Alleinerziehend hat sich ja so ein bisschen von selbst aufgelöst.

00:05:45: die junge Dame ist jetzt neunzehn da gibt es nicht mehr so viel.

00:05:49: aber natürlich ist der Anteil noch kümmern als Elternteil Und ja, ich find es auch so spannend.

00:06:01: Wenn wir über Bilder reden oder über Erwartungen oder Wünsche ... Ich bin immer ein Fan von Messbarkeit und wenn jemand von unseren Zuhörenden das Thema hat, dann würde ich mir wünschen, dass er diese Generalklausel wegmacht und wirklich in den Einzelfall geht.

00:06:18: Also wo war ich nicht gut genug?

00:06:20: Wo bei welchem Thema genau habe ich das Gefühl, erst zerreißt mich oder kann die Erwartung nicht erfüllen.

00:06:27: ich auch vom Arbeitgeber, wenn der tatsächlich so setze lässt wie jetzt hier aus meiner Community die Dame.

00:06:34: Dass man denen mal fragt wo genau hast du den Eindruck dass ich nicht lief?

00:06:38: Also sie sind in letzter Zeit so unkonzentriert oder so.

00:06:42: Ich weiß ja gar nicht den Hintergrund das ist jetzt einfach gesagt.

00:06:46: aber da würde ich mir von meinem Chef abholen und dann kann ich natürlich sagen viel verhalten Das ist ja nicht ausgeschlossen.

00:06:52: Also das heißt, wenn der wirklich ein Finger in eine Wunde liegt kann ich sagen, oh Mist, stimmt habe ich nicht dran gedacht so.

00:06:58: Ist ja auch ein Ding aber sich auf jeden Fall konkretes abzuholen und nicht irgendwie.

00:07:04: sie sind so in letzter Zeit wie auch immer.

00:07:08: Na ja, was ich finde daran total spannend.

00:07:10: Also du kannst dich zwar herrn dienen das ist ja zumindest findet man das auch in der Bibel.

00:07:15: Ich weiß nicht ob es ursprünglich eine biblische Aussage ist aber man findet es auch in einer Bibel und in dem Zusammenhang geht es auch einen weiteren Vers, ein weiterer Aussage da wo dein Herz isst auf deinen Schatz.

00:07:28: Ja so an dieser stelle finde ich wird ja suggeriert dass Du eben nur eins haben kannst also persönlich.

00:07:36: Also wenn es um meinen Glauben geht, glaube ich das auch.

00:07:39: Ich muss mich entscheiden, glaube oder glaube nicht?

00:07:41: Na so!

00:07:42: Aber wenn es jetzt um Beruf geht und Berufsbilder, um Anstellungs- oder Selbstverständlichkeitsverhältnisse... Wenn es um Rollen geht ...um Ideen wie ich selbst in bestimmten Kontexten mich sehen möchte dann finde ich gibt es ja eigentlich drei Wege über die wir vorhin auch schon mal ganz kurz geredet haben.

00:08:01: also du kannst dich entscheiden entweder ist eine zu machen oder das andere.

00:08:06: Das sind so zwei Entscheidungen.

00:08:07: oder aber und jede Entscheidung scheint dann eine Entscheidung für das ein und gegen das andere zu sein.

00:08:12: Und die dritte Entscheidung ist, nein ich möchte beides nehme aber dafür billigend einen Kauf dass sich nicht immer hundertprozentig in dem einen und dem anderen sein können.

00:08:25: Voll spannend!

00:08:26: Ich hab mir gerade überlegt, während ich dir so zugehört habe, dass man ja auch gucken muss.

00:08:30: okay was steckt da eigentlich dahinter?

00:08:32: Also wenn ich denke wie ich mich voll selbstständig gemacht habe und bei der Polizei gekündigt habe... Ja da ist eben diese Frage Sicherheit als Oberkommissarin weiter im Beamtum zu sein oder eben kündigen und in die Unsicherheit gehen.

00:08:46: Oder du hast einen Teil, der vielleicht sehr ruhig bedürftig ist und der andere will Leistung.

00:08:52: Es geht ja hier nicht nur um vordergründlich um Kündigen oder Nichts sondern hier geht es auch um... um noch mehr.

00:09:01: Nämlich was steckt denn dahinten?

00:09:03: Welche Gefühle will ich haben, will ich auf der einen Seite vielleicht näher haben und auf der anderen Seite Distanz... Also da kann man mal hingucken.

00:09:14: Was bringen mir diese einzelnen Sachen eigentlich?

00:09:16: Die Selbstständigkeit bringt mir Freiheit selbstbestimmtheit.

00:09:19: Das war am Tomat mir Sicherheit gegeben.

00:09:21: verletzlich Geld eingang.

00:09:22: auch damals hinterzugucken finde ich ganz spannend.

00:09:26: Ja, genau.

00:09:27: Bei uns ist es tatsächlich so... Ich habe jetzt nicht zwei Herren einmal fest angestellt und einmal selbstständig sondern bei mir sind das eben die beiden Unternehmungen Teamkompetenz und das multiprofessionelle Zentrum für das Traumasensible Coaching.

00:09:43: aber das heißt da schon allein die Entscheidung zu haben wie und wann investiere ich welche Zeit?

00:09:51: was nämlich billigend in Kauf, was dann nicht möglich ist.

00:09:54: Und das merke ich gerade bei mir gibt es auch noch etwas.

00:09:58: also das Thema ist nicht neu für mich aber ich finde das gehört jetzt hier rein wenn wir miteinander darüber diskutieren.

00:10:04: Ich bin von Herzen gerne Großmutter und verbringe gerne Zeit mit meinen Enkeln.

00:10:10: seit unser ältester Enkel auf der Welt ist habe ich alle zwei Wochen einen Enkeltag und das ist eine Entscheidung weil dann nehme ich keine Coachings an oder seitdem dann die Kinder im Kindergarten sind, ich habe dann immer reihum mit jeweils Einzeltage sozusagen also jetzt nicht siebzehn Tage im Monat sondern so.

00:10:28: Aber das bedeutet da fehlt mir Geld.

00:10:32: Ja um es mal ganz auf den Punkt zu bringen genau.

00:10:37: Das ist praktisch ja und das ist eine Entscheidung.

00:10:41: Das heißt, neben dem der Performance wie viel kann ich liefern?

00:10:45: Also das übrigens auch.

00:10:46: Ich wäre gerne so eine grauhaarige Duttoma gewesen mit Apfelkuchen-Duft im Haus und die Kinder hätten hier immer reinkommen können.

00:10:55: Und ich wäre jeden Tag da und merke während ich schon erzähle ja dass ist schön aber auf keinen Fall!

00:11:01: Ich habe überlegt sage ich was oder sage ich

00:11:06: nichts?!

00:11:10: Selbsterkennung ist schnell dabei gewesen.

00:11:12: Aber was ich eigentlich... Ich glaube, das zeigt genau auf alles, was du gerade gesagt hast.

00:11:17: Da gibt es viele Sachen, die dahinter liegen.

00:11:20: Also da gibt es die Selbstbestimmung von der Du gesprochen hast, die Sicherheit in der Festanstaltung und die Sicherheit im Selbstständigsein, die Selbst Bestimmungen.

00:11:30: Dann gibt es aber auch die Sehnsucht nach Beziehung oder aber die Seahnsucht auch nach gutem Geld!

00:11:36: Ja ganz, ganz profan.

00:11:38: Also oder vielleicht auch irgendwie bestimmten Vorbilder nachzueifern die mich total gefixt haben?

00:11:45: So also ich finde das ein... Boah!

00:11:48: Das ist ein großes

00:11:49: Thema.

00:11:49: Das habe ich auch gerade gedacht ne weil wenn du von Vorbildern redest oder auch von Eltern da hab' ich grade gedacht ja da spielen da vielleicht auch alte Erwartungen eine Rolle die jetzt gar nicht mehr bedient werden können weil sie in meiner jetzigen aktuellen Situation Also wirklich gar nicht mehr gehen.

00:12:07: und dann will man ja funktionieren, man will Streit vermeiden.

00:12:10: Man will niemandem zur Last fallen und vielleicht ist der Partner auch dagegen oder die Eltern oder Freunde sagen, machst du denn da?

00:12:18: Da muss man sich da auch noch behaupten, dass ja auch noch Stress.

00:12:21: Also das ist wirklich ein großes Thema habe ich gerade gedacht.

00:12:25: Es steckt so viel hinter wo man sich dann eben ertappen kann.

00:12:29: also grade finde ich in der Family-Konstellation ist es ja wirklich gefährlich wenn man selber schon erwachsen ist aber noch in einem alten Rollenverständnis der Kindheit quasi festhängt.

00:12:43: Ja... Ich glaube Eigentlich verhandeln wir mit diesem Thema.

00:12:49: die Frage, ob ich akzeptiere dass ich begrenzt bin.

00:12:59: Wenn ich mich entscheide, ich will das eine und das andere dann habe ich ja nicht auf einmal mehr Zeit mehr Kraft mehr mehr Ideen ein größeres Herz eine bessere Gesundheit oder sowas.

00:13:12: Ja, das heißt die muss ich auftalen.

00:13:14: Ich bin begrenzt und wenn ich mich für eines entscheide ist auch klar... ...ich habe eben nicht für beides Kapazität.

00:13:22: Auch da entscheide ich mich.. ..für meine Begrenzung.

00:13:25: also das heißt ich kann mich ja gar nicht für meine Begrenzungen entscheiden.

00:13:28: Die ist einfach da!

00:13:31: Wenn ich mir wirklich darüber ernsthaft Gedanken machen möchte, ob ich zwei Herren diene, muss ich ernsthaft mit mir darüber in die Diskussion gehen.

00:13:41: Wie gehe ich mit meiner Begrenzung

00:13:43: um?

00:13:44: Und das mit Freude!

00:13:45: Also das habe ich gerade so gedacht.

00:13:47: Das ist ja wenn ich jetzt einen Konflikt habe... Ich stelle mir gerade so vor, wie war das nachher bei der Polizei?

00:13:56: Da war ganz klar mein Weg.

00:13:57: Der Freude war Coaching und Therapie.

00:13:59: Und die Polizei war in Ordnung, super nette Kollegen.

00:14:03: Das war jetzt alles nicht das Ding aber ich habe gemerkt hier also bei dem anderen strahlig halt und das andere ist halt das was man seit dreißig Jahren macht.

00:14:11: Es war quasi ein Gegenzug.

00:14:13: auch von der Rolle her als Polizistin werden ganz andere Qualitäten... gefordert als Therapeutin und Coach, aber was mir gerade einfällt ist es gäbe ja auch vielleicht die Möglichkeit wo sich Sachen ergänzen könnten.

00:14:28: Also dass man nochmal einen anderen Blick darauf kriegt das man sagt okay So ganz kann ich es irgendwie nicht ausleben, aus welchen Gründen auch immer.

00:14:36: Vielleicht weil sich finanziell nicht lohnt oder wie auch immer und dass man aber dann sagt, ich nehme die Sicherheit und lebe mich nebenbei aber mit Sachen, also Kreativität oder was mir Spaß macht gucke quasi mit Dankbarkeit, weil sie jetzt momentan haben wir die ganze Zeit darüber geredet dass das wie so ein Gegenzug ist.

00:14:56: Also zwei verschiedene kontrere Richtungen.

00:14:59: gerade habe ich mir gedacht ja man könnte auch anders sehen wenn man es denn bewerten wollen würde also für sich besser bewerten würden würde ohne Konflikt ohne Widerstand wäre dann vielleicht die Idee zu sagen na cool!

00:15:10: Das hab' ich in dem Beruf nicht.

00:15:11: diese Entscheidung will ich aber nicht treffen dazu kündigen, weil Sicherheit und Geld und überhaupt.

00:15:18: Und guckt da mit Dankbarkeit darauf dass sich auf der anderen Seite Sachen ausleben kann?

00:15:22: Da gibt es im systemischen Methodenkoffer ein Instrument das nennt sich Tetralemma und Tetralemer hat insgesamt fünf Entscheidungsstationen.

00:15:33: Das heißt wenn man sich entscheiden wollte könnte man erst über das eine nachdenken ob Festanstellung oder Selbstständigkeit Rollenkonflikt oder was auch immer und dann über das andere.

00:15:47: Das sind so die typischen Dinge, von denen du jetzt auch gerade gesagt hast dass wir da im Moment in dem ersten Teil dieser Episode viel darüber geredet haben entweder oder.

00:15:55: Dann gibt es aber also wenn ich dann über dieses ein- und das andere gerede habe gibt's eine dritte Station.

00:16:01: Die heißt weder noch ganz thinking out of the box zu machen.

00:16:07: Was wäre denn, wenn überhaupt gar nichts davon auf einmal eine Rolle spielen könnte, müsste könnten sollte dürfte?

00:16:14: Die vierte Station heißt sowohl als auch.

00:16:18: Und deswegen komme ich drauf weil du jetzt gerade ja nach so einer Verbindung gesucht hast.

00:16:23: Fünftes Station heißt Wolke Sieben.

00:16:25: Wolke sieben heißt stell dir vor alles ist möglich.

00:16:28: ne und du hast den Wunscherfüller grade neben dir und bam!

00:16:33: Ganz spannend, im systemischen gehst du das dann eben auch nicht nur gedanklich durch sondern du wanderst dann durch den Raum und gehst an die verschiedenen Stationen.

00:16:42: Und dabei kann dir deine Korrespondenz mit deinem Körper eine ganz coole Kompasslinie aufzeigen!

00:16:52: Was ist stimmig?

00:16:55: Was

00:16:55: passt?!

00:16:56: Und dabei kommen manchmal ganz interessante Entscheidungen raus.

00:16:59: Ein ganz neue Gedanken vor allen Dingen...

00:17:03: Ja, genau.

00:17:04: Das ist also mega cool!

00:17:05: Fällt mir gerade ein dabei als du das so erzählst.

00:17:08: es ist eine sehr coole Möglichkeit um sich gerade wenn man so bisschen in der Bedrulle hier ist und auch nicht genau weiß wofür schlägt mein Herz eigentlich?

00:17:16: Ich fühle mich so zerrissen dass man das noch mal etwas näher anschauen kann.

00:17:21: Ja, das ist sowieso so schön.

00:17:23: Diese Bodenankach... Also für die, die es nicht kennen sind diese Zettel, die man auf der Erde legen würde zum Beispiel wo man sich dann eben drauf stellt und diese ich möchte das noch ergänzen dass ich rege immer dazu an individuelle Komponenten noch dazuzulegen ja also dass man zb Die Familie auch mal verankert oder Komponenten die einfach in dieser Entscheidung eine Rolle spielen was ja auch interessant ist, gerade weil du das auch gesagt hast.

00:17:53: Man geht ja im Raum umher.

00:17:55: Das möchte ich den Zuhörenden auch noch mitgeben dass es fängt schon an wichtig zu sein wie du die Zettel mit dem Themen hinwegst also legen die nah beieinander.

00:18:08: was liegt gerade direkt vor dir, was legst du hinten in die Ecke?

00:18:12: Was legst Du hinter

00:18:13: Dich?".

00:18:14: Also schon alleine beim Verteilen der Themen im Raum wird schon viel erkennbar.

00:18:19: Wenn Du draufstehst also so wie Birgit sagt, körperliche Reaktionen alles auf jeden Fall.

00:18:25: aber wenn Du das machen solltest... also tolle Idee Birgitt, die Du gerade hattest und wer in dieser Zerrissenheit steckt dem würde ich das empfehlen und schon darauf zu achten wo legst DU die Zettel hin?

00:18:38: Ja, ohne sich dabei wirklich den Kopf zu zerbrechen.

00:18:41: Genau,

00:18:41: rein intuitiv.

00:18:43: Wenn ich es einfach so mache, ne?

00:18:46: Genau.

00:18:48: Was daran auch noch mal so deutlich wird ist ja dann dass dieses Denken in Polaritäten eigentlich ein Mythos ist.

00:18:56: Dieses entweder oder das ist vielleicht für Menschen die sehr schnell und effektiv eine schnelle Entscheidung haben wollen.

00:19:03: Dann hast du eben ja oder nein.

00:19:05: Aber wenn ich wirklich mir ernsthaft darüber Gedanken machen möchte, wie will ich gerade just diese Lebensphase gestalten?

00:19:13: Zu diesem beruflichen Kontexten oder zu diesen familiären oder welchen auch immer Kontexte dann macht es total Sinn hier von Anfang an klarzuhaben dass wir hier über mehr Dimension sprechen als nur entweder oder das ein oder das andere.

00:19:30: Ich finde sehr wertvoll wo wir jetzt gerade hinkommen Während wir so darüber so ahnungslos angefangen haben, drüber zu sprechen.

00:19:38: Wir landen ja tatsächlich wieder bei uns ganz persönlich.

00:19:43: Wie geht das?

00:19:46: Wie arrangiere ich mich mit den Dingen die eben nicht alles ist leider nicht möglich auf jeden Fall nicht alles auf hundert Prozent.

00:19:54: was mache ich dann?

00:19:55: Ja, und da geht es ja eben auch um Werte und um Wünsche.

00:20:00: Also zum Beispiel anderen helfen zu wollen und auf der anderen Seite für mich dazu sein eine eigene Meinung zu äußern also mein Standing zu haben.

00:20:08: und dann ist aber die Angst der Ablehnung weil ich will ja dazugehören.

00:20:12: Das ist ja der Wahnsinn was das für Kreise zieht wo man und letztendlich denke ich auch, muss man eine Entscheidung fällen für sich.

00:20:20: Und es muss ... Also wenn man eine Entscheidung

00:20:23: fällt,

00:20:24: muss ja nicht für immer sein.

00:20:25: Man kann ja sagen okay, ich mach das jetzt mal eine Woche und probier das aus und am Samstag urteile ich das, möchte ich das so weitermachen, möchte das noch einmal verändern.

00:20:35: also dass ist nicht so diesen absoluten Charakter bekommt.

00:20:39: könnte mir auch vorstellen, dass das weniger beängstigend ist

00:20:42: Ja, und finde auch über die Woche hinaus.

00:20:45: Also ich erlebe das immer wieder wenn ich mit jungen Leuten rede, die dann gerade dabei sind sich jetzt für ein Studium zu entscheiden oder so... Für die ist das wirkt manchmal so als ob das eine Entscheidung ist, die jetzt ab sofort in Stein gemeißelt ist und ihr gesamtes Leben bestimmt.

00:21:03: Auch solche Dinge können drei, vier Jahre von Relevanz sein und dann wird das wieder was anderes.

00:21:09: Du hast mich gerade mit Politikwissenschaftlerin angesprochen?

00:21:12: Genau ja!

00:21:13: Das war irgendwann mal genau das, was ich wollte.

00:21:15: Es gibt tausend Gründe warum ich es gemacht habe.

00:21:17: Kann man mal in einer anderen Episode drüber nachdenken... Und jetzt bin ich Coach und Unternehmerin.

00:21:22: Das sind zwei verschiedene Geschichten Weil nichts in Stein gemeißelt ist und Entscheidungen, die ich heute treffe können für eine Woche von Tragfähigkeit sein.

00:21:32: Können ein ganzes Leben dauern?

00:21:37: So wie meine Ehe zum Beispiel jetzt gerade, wir sind da vierzig Jahre.

00:21:40: das war eine Entscheidung und die ist noch.

00:21:43: aber es kann genauso sein dass sich die Entscheidungen eben in drei fünf Tagen oder in sieben Jahren neu definieren lassen müssen und ich auch finde, auch darin liegt ja eine ganz große Freiheit erneut drüber nachzudenken.

00:22:00: Und nicht an Begrenzungen die dann vielleicht die eine Entscheidung mit sich bringt leiden zu müssen sondern neu die Tür aufzumachen und sagen okay ich bin jetzt hier.

00:22:09: was würde es bedeuten wenn ich rausgehe und mich von dieser irgendwann mal getroffenen Entscheidung verabschiede und etwas Neues zulasse?

00:22:18: Auch das finde um nochmal eine spannende Sache.

00:22:22: Oh wow, ich glaub Tanja wir könnten jetzt noch ne Stunde reden!

00:22:24: Ich glaube wir müssen so langsam mal ne Kurve machen damit wir daraus ne nächste Episode vielleicht machen.

00:22:29: was hältst denn davon?

00:22:32: Ja also sehr gerne und ich finde das so spannend weil du gerade auch schon in dieses Jahr... Also wenn ich dann da bin und ich mache ne neue Tür auf und ich stehe da dann werden ja quasi Dann auch die Herausforderungen kommen.

00:22:48: Wenn ich das mache, komme man Schuldgefühle vielleicht oder Scham?

00:22:52: Was ist wenn es nicht klappt?

00:22:54: Da sind wir dann bei den Verhindern.

00:23:01: Genau!

00:23:02: Das heißt also wir haben ja einige Themen nochmal aufgemacht Leben mit Begrenzung.

00:23:07: Wie gehen wir mit den Verhinderern um Glaubenssitzer, eigene Wünsche leben.

00:23:12: Das sind ja ganz schön viele.

00:23:14: Wir haben hier einen ganzen Blumenstraussitz.

00:23:16: Genau und auch die Ambivalenz.

00:23:18: Also dass es vielleicht gar nicht so klar abgrenzbar ist.

00:23:23: Ich habe gerade gedacht das war mir nicht so bewusst aber da steckt wirklich viel drin

00:23:29: Genau, also ich bedanke mich herzlich bei der Schreiberin die diesen Kommentar hinterlassen hat.

00:23:36: Es ist eine ganz große Inspiration gewesen, die wir jetzt hier gerade angefangen haben zu durchdenken und wie du liebe Zuhörerinnen oder Schreibern jetzt gerade mitbekommen hast, sind wir noch lange nicht fertig.

00:23:48: Alle anderen die jetzt grade mit uns ein bisschen eingetaucht sind und etwas mehr wie die Jungfrau zum Kinder gekommen sind so wie wir ja?

00:23:56: Und mit uns auch gedacht haben Auch diese sind vielleicht überrascht.

00:23:59: Toll!

00:24:00: Lass uns also erst einmal staunen dass dieses Thema so viele Facetten hat

00:24:04: Genau.

00:24:05: Und ich möchte alle Zuhörenden ermutigen, wenn ihr irgendwelche Themen habt bitte schreibt uns weil so kommen diese Episoden dann zustande wo auch für uns auf einmal so da gibt es ja so viel mehr noch zu erforschen.

00:24:21: also vielen Dank auf jeden Fall dafür in diesem Sinne.

00:24:28: Viel Freude beim Entweder oder sowohl als auch das eine oder das andere und vielleicht auch für den ein oder die andere auf Volke sieben.

00:24:37: Viel Freude!

00:24:38: Sehr schön, pass vor Abschlussworte.

00:24:41: Bis zum nächsten Mal.

00:24:42: Tschüss.

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